Plötzlich ist die Welt leer, oder? – Über „Gegen die Leere“ von Ken Oppermann

Landschaft in der Dunkelheit

[Werbung – Rezensionsexemplar] Stell dir vor, du wachst eines morgens auf und alle Menschen um dich herum sind verschwunden. So ergeht es Hauptperson C in der Dystopie „Gegen die Leere“ von Ken Oppermann, die ich vorablesen durfte.

Das Beitragsbild ist diesmal ein Gemälde aus der Slovak National Gallery: „Early Evening“, gemalt von Ladislav Mednyánszky um 1880/90 (Europeana, Public Domain).

Buchcover von Gegen die Leere von Ken Oppermann - darauf ein Bild: ein Mann geht alleine in die Dunkelheit

Ken Oppermann

Gegen die Leere – Die Menschen sind verschwunden. Seine Hoffnung nicht.

262 Seiten

1. September 2026

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Worum geht’s?

C liebt Frau und Kind und ist zufrieden mit seinem Leben, auch wenn ihm die Nachbarn auf die Nerven gehen. Doch selbst die vermisst er, als eines morgens alle anderen Menschen verschwunden sind. Zunächst funktioniert der Strom noch, C kann mit dem Auto die Gegend erkunden, klingelt an Türen und hört eingesperrte Hunde bellen. Doch irgendwann ist die Elektrizität weg, die Natur erobert die Dörfer und immer noch scheint C der einzige verbliebene Mensch zu sein. – Bis ihn ein Notfall zwingt, seine Heimat zu verlassen.

Wie war’s?

Während mir sowohl der Anfang als auch das Ende ein paar Schwierigkeiten bereitet haben, konnte mich die Hauptstory fesseln. Die zunächst beschriebene Familienidylle war mir persönlich zu idyllisch und die „treue Ehefrau“ zu traditionell beschrieben. Zunächst wirkte C auf mich eher behäbig und altbacken, auch, weil er sich seine Verzweiflung angesichts der absurden Lage nicht eingesteht, sondern sich selbst beschimpft mit Gedanken wie „Sei ein Mann!“ und „Hör auf zu Flennen!“.

In den nachfolgenden Kapiteln wuchs mir C aber mehr und mehr ans Herz. Er durfte auch mal weinen angesichts seiner furchtbaren Situation, hielt sich glaubhaft mit Selbstgesprächen über Wasser, wurde aber auch mutig und erfinderisch. Ich fand es spannend, mit ihm die Häuser nach Brauchbarem zu durchsuchen. Natürlich muss man sich permanent fragen, wie man selbst in so einer Situation reagieren würde. Wie lange man überleben könnte. Die Vorstellung ist unglaublich faszinierend. Während ich zuerst nur ein eher unscharfes Bild von C hatte, machte er dann – gezwungenermaßen – eine beeindruckende, aber nachvollziehbare Entwicklung durch.

Erinnert hat mich das Buch an eine noch unveröffentlichte Geschichtensammlung von Maika Adam, die ich testlesen durfte, an das Buch „Als wir verschwanden“ von Johanna Wolfmann und den Roman „Menschenfrei“ von Jennifer Fortein. Alle diese Geschichten sorgen durch das Verschwinden von Menschen für Gänsehaut und Grusel.

Ken Oppermann schafft es trotz der wenigen Protagonisten für reichlich Action zu sorgen. Hauptperson C muss sich, um zu überleben, Wissen und Fähigkeiten aneignen – ein bisschen wie der auf einer einsamen Insel gestrandete Robinson Crusoe. Ich wollte immerzu wissen, wie es weitergeht, was der Grund für das Verschwinden der Menschen ist, warum C noch da ist und vor allem, wie die Sache für ihn ausgeht. Das Ende möchte ich nicht spoilern, aber es war sehr, sehr offen und hat mich eher unbefriedigt zurückgelassen. Aber lest am besten selbst!

Was glaubst du, wie würdest du reagieren, wenn plötzlich alle anderen Menschen weg wären?

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