[Werbung, weil Rezensionsexemplar] Wenn sie auf dem Felsen sitzt und singt, sinken die Schiffe im Rhein reihenweise. So die Legende. Ann-Kathrin Wasle hat den altbekannten Stoff in einen packenden Historienroman mit fantastischen Elementen verwandelt.
Das Beitragsbild zeigt den Loreleyfelsen um 1900 und stammt von einem unbekannten Fotografen. Unter dem Titel „Utländska Resan 1900 I. Loreleiklippan vid Sankt Goarshausen vid stranden av Rhen“ befindet es sich in der Sammlung des Swedish National Museum of Science and Technology, Sweden.

Ann-Kathrin Wasle
Lore-Ley
Erschienen: 1. Oktober 2026
Als E-Book bei Amazon und als Hardcover
512 Seiten
Worum geht’s?
Die anmutige und selbstbewusste Lore verzaubert beim Tanz in den Mai nicht nur ihren Liebsten, den unerschrockenen Schiffer Rufus, sondern auch den Grafen. Das ist der Gräfinmutter ein Dorn im Auge und sie lässt Lore verschwinden. Doch sieben Jahre später taucht eine fremde Adlige auf, die aussieht wie Lore mit tiefschwarzen Augen. – Und die verfolgt ihre ganz eigenen Ziele.
Wie war’s?
Die Geschichte ist eingewoben in eine kurze Rahmenhandlung, die im 19. Jahrhundert spielt. So nimmt die Autorin elegant Bezug auf die Legende, bevor sie in die Haupthandlung einsteigt, die noch früher spielt.
Trotz des historisierten Schreibstils, der gut zum Setting passt, lässt sich das Buch leicht verständlich lesen. Erzählt in der dritten Person, folgen wir meist Lore, aber häufig auch verschiedenen Nebenfiguren. Der Roman ist kein Pageturner, aber sehr stimmungsvoll und ich wollte immer wissen, wie es weitergeht.
Was mir gut gefallen hat: Niemand ist in der Geschichte nur gut oder nur schlecht, es gibt sehr vielfältige und durchweg glaubhafte Charaktere. Lore beispielsweise ist anders, emanzipiert und provoziert. Ihr Weg ist verschlungen, von Emotionen geleitet und tragisch. Märchenhaft. Die ewige Beziehung zwischen Berg und Fluss ist ein wunderschönes Grundthema. Dazu bekommt man ein stimmungsvolles Zeitbild zwischen Burgenbau, Pestausbruch, Judenhass, verbotener queerer Liebe und untergeordneter Frauenrolle.
Von mir gibt’s eine Leseempfehlung!
Die Engstelle des Rheins im Loreley-Tal ist übrigens immer noch eine für Schiffe gefährliche Stelle. Das Tal zählt heute zum UNESCO-Welterbe.
