Zeitreise zum Sonnenkönig: „Palast der Lügen“ von Emily Bold

Goldenes Schlüsselloch - Bild von Laurent Verdier auf Pixabay

„Palast der Lügen – Vergangen ist nicht vorbei“ ist der erste Band einer Zeitreise-Dilogie von Emily Bold. Der zweite soll im Frühjahr 2023 erscheinen. Das Buch war mein erster Roman von Emily Bold und ich habe es gemeinsam mit Josephine von Pure, Brass & Books gelesen, was uns beiden wieder großen Spaß gemacht hat. Hier findet ihr Josephines Rezension.

Buchcover "Palast der Lügen - Vergangen ist nicht vorbei" von Emily Bold

Emily Bold

Palast der Lügen 1: Vergangen ist nicht vorbei

ab 12 Jahre
Erscheinungsdatum: 28.04.2022
Verlag: Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
Seitenzahl: 400
ISBN: 978-3-522-50745-5


Worum geht’s?

Die Geschichte spielt im Paris der Gegenwart und 1688, zur Zeit des berühmten Sonnenkönigs Ludwig XIV. im Umfeld seines glanzvollen Schloss Versailles. Hauptperson Sophie Dubois musste zeitlebens ein Familiengeheimnis wahren und hat dafür gelernt, perfekt zu lügen. Die männlichen Mitglieder ihrer Familie reisen, um eine alte Schuld zu begleichen, hin und wieder in die Vergangenheit, um dort Aufträge für den mysteriösen Teufel von Paris zu erfüllen. Als eines Tages Sophies Bruder nicht zurückkehrt, macht sie sich selbst auf den Weg, um ihn zu retten.

Wie war’s?

Mein Highlight war gleich zu Beginn die Anleitung zum Lügen, eine Kunst, die Sophie perfektioniert hat. Auf diese Grundregeln der Lüge kommt sie auch im Verlauf des Buchs immer wieder zurück. Der Einstieg in die Geschichte ist mir nicht ganz leicht gefallen. Es gab im Setting und in der Art der Zeitreise starke Ähnlichkeiten zu Kerstin Giers Edelsteintrilogie, aber glücklicherweise ist es Emily Bold dann doch noch gelungen, eine andersartige Geschichte zu stricken.

Portret van Lodewijk XIV - Rijksmuseum, Netherlands - Public Domain. https://www.europeana.eu/en/item/90402/RP_P_1963_95)
So sah der Sonnenkönig aus (Portret van Lodewijk XIV – Rijksmuseum, Netherlands – Public Domain / Europeana)

Die Hauptperson Sophie fand ich etwas naiv, zumal sie offenbar überhaupt nicht auf die Vergangenheit vorbereitet war, obwohl sie den Erzählungen ihres Bruders immer voller Spannung gelauscht hatte. Wenn man sich mit ihrer Unwissenheit aber abfindet, dann war es nur konsequent, dass Sophie viele Fettnäpfchen mitnimmt und gegen Konventionen verstößt. Erstaunlich gelassen nahm das die zeitgenössische Verwandtschaft hin.

Die Geschichte ist abwechselnd in der Ich-Perspektive aus Sophies Sicht und in der dritten Person aus Sicht des geheimnisvollen Valentins geschrieben, den der Teufel von Paris Sophie als Begleitschutz zur Seite stellte. Auf Grund seiner Verbindung zum Teufel bleiben seine Absichten lange Zeit ungewiss, was mir sehr gut gefallen hat.

Emily Bold verzichtet auf lange geschichtliche Erklärungen. Ein wenig Hintergrundwissen ist hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. Dafür lebt die damalige Zeit umso bildhafter in den Beschreibungen auf. Bei der Zeitreise-Logik sind bei mir ein paar Fragen offen geblieben, die der Geschichte aber keinen Abbruch tun. Bis auf den Anfang gab es kaum Längen in der Handlung. Die sich überschlagenden Ereignisse, dazu die sich entwickelnde Liebesgeschichte und die ungewisse Identität gleich mehrerer Personen ergeben einen spannenden Cocktail mit fiesem Cliffhanger. Nun müssen wir auf Band 2 warten.

P.S.: Ich liebe Zeitreise-Romane! Hier im Blog hab ich eine ganze Liste über Zeitreise-Romane angelegt und ich erweitere sie regelmäßig.

7 Kommentare

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