Geschichten in der Ich-Perspektive

Zeichnung junger Mann mit hinter dem Kopf verschränkten Armen und dazu der Text: Wer mag Ich-Erzähler?

Lest ihr gerne Bücher, die in der Ich-Perspektive geschrieben sind? – Gerade überarbeite ich mein neues Buchprojekt. Im Gegensatz zu meinen beiden anderen Büchern habe ich diesmal die Ich-Perspektive gewählt (und dazu auch noch zwei verschiedene Protagonisten, die kapitelweise abwechselnd erzählen…). Daraus ergeben sich ganz neue Herausforderungen!

Exkurs: Was ist die Ich-Perspektive?

Ein literarisches Werk ist in der Ich-Perspektive geschrieben, wenn es darin ein als Erzähler auftretendes Ich gibt. Das erzählerische Ich ist mit der Person des Autors nicht identisch. Der Lesende erhält nur die (subjektiven) Eindrücke und Informationen, die dem erzählerischen Ich zugänglich sind.

Meine Erfahrung: Schreiben in der Ich-Perspektive

Mein neues Buchprojekt ist fertig geschrieben. Doch jetzt überprüfe ich gerade die einzelnen Kapitel: Treffen sie den Tonfall der jeweiligen Figur? Klingt es natürlich? Würde jemand so erzählen?

In meinen Büchern „Lindenherz“ und „RE-GENERATION“ habe ich sehr filmisch geschrieben und musste jetzt feststellen: Das lässt sich in der Ich-Perspektive nicht genauso umsetzen. Dafür hat diese Erzählform andere Vorteile: Ihr seid noch näher an den Figuren und ihren Gefühlen und Gedanken dran. Ich „darf“ viel öfter umgangssprachliche Formulierungen verwenden, was sich für mich unkonventionell anfühlt. Jede Figur bekommt eine eigene „Denkweise“. Das ist spannend, aber auch etwas tricky!

Habt ihr eine Lieblingserzählform?

In letzter Zeit lese ich richtig häufig Bücher in der Ich-Perspektive. Im YA-Genre ist es gefühlt der neue Standard! Lange Zeit war aber die Erzählung in der dritten Person DER Standard für Romane.

Wie seht ihr das? Ist es euch egal oder ist die Erzählweise sogar ein entscheidendes Kriterium, ob ihr ein Buch lest oder nicht?

9 Kommentare

  1. Guten Morgen, bei der Ich-Perspektive ist man näher an den Personen dran, bekommt tiefere Einblicke in Gedanken und Gefühle – trotzdem finde ich diese Perspektive anstrengend zu lesen.

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  2. Ich lese die Ich Form gerne, aber ich schreibe sie überhaupt nicht gern. Für mein aktuelles Projekt habe ich mich an dieser Form versucht und werde es danach bestimmt nicht noch mal machen.

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    1. Oh spannend! Für mich war es ja auch ein Experiment jetzt. Was stört dich daran bzw. fällt dir schwer? – Meine Freundin, die Testleserin ist, hat bemängelt, dass man bestimmte Sätze so nicht sagen würde in Wirklichkeit. Also musste ich das mehr umgangssprachlich, wie eine Art Selbstgespräch machen. Erst hatte ich das Gefühl, dass ich in der Ich-Perspektive dadurch viel weniger beschreiben konnte, als sonst. Aber inzwischen habe ich mich ganz gut reingearbeitet (denke ich).
      Viele liebe Grüße

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  3. Ich lese gerne in der Ich-Perspektive. In meiner ersten eigenen Roman-Serie nutze ich sie auch selbst, da es eine Autofiktion ist und die Leser*innen meiner Meinung nach dadurch noch mehr „mitgenommen“ werden / sich die Geschichte „echter“ anfühlt.

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      1. Insgesamt sind vier Bände geplant. Aber wer weiß, vielleicht beschließe am Ende von Band 3 (den ich gerade schreibe, die anderen beiden wurden in 2025 veröffentlicht), dass die Geschichte auserzählt ist. Einer der größten Vorteile beim Selfpublishing ist für mich eindeutig, dass man da nicht von vornherein so stark festgelegt ist 🙂

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      2. Ja, das ist wirklich ein großer Vorteil, das merke ich auch gerade daran, dass ich mir selbst schon genug Stress mache, dass ich mein neues Buch möglichst bald veröffentliche. Ich bin froh, keine feste Deadline zu haben! – Ich wünsch dir noch ganz viel Spaß und Erfolg beim Schreiben 🙂

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