Bücher - Foto von Gerhard G., Pixabay

Klassisch, männlich – Literatur in der Schule

Die Blogparade #femaleheritage Frauen und Erinnerungskultur der Münchner Stadtbibliothek Monacensia lädt bis 9. Dezember 2020 dazu ein, über das Andenken an Frauen in unserer Kulturlandschaft nachzudenken. Zum Beispiel Frauen in der Literatur. Zum Beispiel im Schulunterricht. Über welche Autorinnen und Autoren wurde und wird da gesprochen? An wen und an wessen Texte erinnern wir uns noch nach Jahren, Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten? Nun grüble ich schon seit Tagen darüber, welche Bücher wir damals in der Schule gelesen haben und wer darin wie zu Wort kam. Während meiner Schulzeit ist mir kaum aufgefallen, dass fast nur männliche Autoren behandelt wurden. Ist aber so.

Hier, was mir noch einfällt (für Vollständigkeit übernehme ich keine Garantie!):

  • „Die Welle“ (Morton Rhue)
  • „Nathan der Weise“ und „Emilia Galotti“ (Gotthold Ephraim Lessing)
  • „Macbeth“ und „Romeo und Julia“ (William Shakespeare)
  • „Faust I und II“, „Iphigenie auf Tauris“ und „Die Leiden des jungen Werther“ (Johann Wolfgang von Goethe)
  • „Die neuen Leiden des jungen W.“ (Ulrich Plenzdorf)
  • „Der Schimmelreiter“ (Theodor Storm)
  • „Das Parfüm“ (Patrick Süskind)
  • „Effie Briest“ (Theodor Fontane)
  • „Das Bildnis des Dorian Grey“ (Oscar Wilde)
  • „Kabale und Liebe“ (Friedrich Schiller)
  • „Die Blechtrommel“ (Günter Grass)
  • „Woyzeck“ (Fragment, Georg Büchner)

Dazu kommen sicher noch ein paar antike Klassiker aus dem Lateinunterricht, die mir inzwischen entfallen sind. Gedichte lasse ich an dieser Stelle ebenfalls weg. Tatsächlich kann ich mich wirklich nicht erinnern, dass überhaupt eine einzige Autorin darunter gewesen wäre!

„Die Vorleserin“, Fotografie von Bertha Wehnert-Beckmann, 1840, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Public Domain, zu finden in der Europeana.

Ein männlicher Blick auf Frauen

Widmen wir uns also einigen der weiblichen Figuren, die in den Stücken auftauchen. Denn die sind schließlich dann die einzigen Frauen, die mir als Schülerin in der (Schul-)Literatur begegneten. Ich greife nur ein paar Beispiele heraus, die mir am deutlichsten in Erinnerung geblieben sind.

Da gibt es eine ganze Reihe passiver Damen, deren Reinheit und Körper im Mittelpunkt der Geschichten stehen:

Tot oder gefallen

Goethes Gretchen beispielsweise lässt sich von Faust ausnutzen, schwängern und wird dann fallengelassen. Ihr uneheliches Kind bringt sie aus Angst vor den gesellschaftlichen Konsequenzen um und wird selbst wahnsinnig. Lessings Emilia Galotti dagegen ist Spielball auf dem Heiratsmarkt und stirbt lieber, um ihre Tugend zu bewahren, offensichtlich das einzig wertvolle, das eine Frau damals hatte und eine der wenigen selbstbestimmten Methoden, um sich zu wehren. Fontanes Effie Briest wiederum heiratet fügsam den unsympathischen alten Herren und hockt dann gelangweilt zu Hause, bis sie sich unglücklich verliebt, was ihr später auch noch zum Verhängnis wird, obwohl eigentlich nichts passiert ist. Ich fand das Buch leider sterbenslangweilig.

Ein Lichtblick aus der Antike

Ein Lichtblick in dieser Gesellschaft trister Frauenschicksale ist Goethes Iphigenie auf Tauris. Die hat zumindest einen Beruf! Denn sie ist Priesterin im Tempel der Göttin Diana. Sie lehnt auch einen Heiratsantrag ab, was ihr eine Strafe einbringt. Ein Fluch hängt auch noch über ihrer Familie und trotz Heimweh kommt sie ihrem Job als Priesterin nach, bleibt stark und sich selbst treu. Hier gibt es also ausnahmsweise eine starke, weibliche Persönlichkeit, die am Ende dem Guten zum Sieg verhilft.

Love, love, love

Auffällig ist, dass fast alle (für die Geschichten wichtigeren) Frauenfiguren in Zusammenhang mit ihrer Position als potentielle Ehefrau, als Ehefrau, als Liebesobjekt vorkommen. Selten, dass eine mal auch andere Qualitäten haben muss oder einer Arbeit nachgeht. Das liegt natürlich auch daran, dass die Auswahl in meiner Schulzeit vor allem auf historische Literaturklassiker fiel. Damals war das eben so.

A woman with long red hair is lying down reading a book. Coloured mezzotint by Jean Jaques Henner. Wellcome CollectionCC BY

Aber was sollen diese Persönlichkeiten einem Mädchen zwischen 10 und 18 Jahren im 21. Jahrhundert sagen? Ist irgendeine handlungstüchtige, selbstbewusste, intelligente Frau darunter? Eine, die man sich zum Vorbild nehmen möchte? Eine, die mich motiviert, ein bestimmtes Ziel im Leben zu verfolgen? Äußerst selten.

Irgendwo da draußen, gibt es sie

Ich bin mir sicher, dass es Alternativen gegeben hätte. Auch vor Jahrhunderten, sogar schon im Mittelalter, gab es schreibende Frauen, sie sind nur nicht Teil unserer Erinnerungskultur geworden. Der Historiker und Germanist Max Emanuel Frick erinnerte vor einigen Jahren in seinem Mittelalter-Blog „Curiositas“ unter anderem an die französische Hofdichterin Christine de Pizan (1364–1429), die eine der ersten heute noch bekannten Autorinnen war, die von ihren Werken leben konnte. Sie begeisterte ihr Publikum mit Gedichten und Liebeslyrik. Und interessanterweise hat ihr bekanntestes Werk das gleiche Thema wie die Blogparade, die der Ausgangspunkt dieses Posts ist: in „Das Buch von der Stadt der Frauen“ beschreibt sie berühmte und tatkräftige Frauen aus der Bibel und der Geschichte, damit die Werke und Taten von Frauen nicht in Vergessenheit geraten und irgendwann vielleicht gleichberechtigt anerkannt werden. Das war im 15. Jahrhundert. 500 Jahre ist das Thema immer noch nicht abgehakt.

Christine de Pizan, British Library Harley Collection BL Harley 4431 f. 4, Gothic cursive (Public Domain, zu finden auf Europeana)

Zurück zum Schulunterricht. Wir hätten zum Beispiel Jane Austins Klassiker „Stolz und Vorurteil“ lesen können, wenigstens in Englisch. Die Hauptperson Lizzy Bennet ist nicht auf den Mund gefallen und schlägt den Heiratsantrag aus. Weibliche Protagonisten wie Astrid Lindgrens Ronja Räubertochter, Pippi Langstrumpf und Madita, Lewis Carols „Alice im Wunderland“, Michael Endes Momo aus „Momo und die Zeitdiebe“ oder sogar Agatha Christies Miss Marple hätten mein Schülerinnenleben vielseitiger gemacht. Wir hätten Autorinnen wie Mary Shelley, Karen Blixen oder Literatur-Nobelpreisträgerinnen wie Selma Lagerlöf, Elfriede Jelinek, Herta Müller und Doris Lessing lesen können.

Hätte, hätte, hätte.

Das bringt uns zum Schluss zu der Frage, wer denn bestimmt, was erinnerungswürdig ist und die großen Literaturpreise spielen da natürlich eine wichtige Rolle. Mit der Frage, wer diese Auswahl trifft oder ob Frauen einfach schlechter schreiben, habe ich mich in einem meiner ersten Blogposts beschäftigt.

Und ganz aktuell zum Start der Blogparade geht auch Anke Buettner, Leiterin der Monacensia im Hildebrandhaus, in ihrem Blogpost „Gedächtnis mit Schlagseite“ dieser Frage nach. Dabei geht sie durchaus kritisch an die Sammelpraxis ihrer Bibliothek heran: „Mit einem Blick auf die Archivbestände der Monacensia stellen wir fest, dass sich das literarische Gedächtnis bislang einseitig aus Erinnerungen von Männern speist. Das künstlerische Werk von Frauen ist in der Vergangenheit landauf landab als weniger relevant eingeschätzt worden.“ Das Projekt „Female Heritage“ und nun auch die Blogparade sollen helfen, den einseitigen Blickwinkel etwas zu korrigieren.

Im Aufruf zur Blogparade bin ich noch an einem weiteren Zitat hängen geblieben: „Nur das was in Museen ausgestellt, in Denkmälern verkörpert und in Schulbüchern vermittelt wird, hat auch die Chance, an nachwachsende Generationen weitergegeben zu werden.“ – Das schreibt Aleida Assmann in ihrem Buch „DAS NEUE UNBEHAGEN AN DER ERINNERUNGSKULTUR. EINE INTERVENTION“ (3. ERW. UND AKT. AUFLAGE, 2020). Und recht hat sie!

Und da meine Schulzeit schon ein paar Tage her ist, kommt hier die Frage in die Runde: Hat sich inzwischen was getan? Kommen im Schulunterricht Autorinnen inzwischen zu Wort?

Wie geht Schreiben mit dem Autorenprogramm Patchwork?

Zum Schreiben habe ich normalerweise nur zunächst Papier und Bleistift und im zweiten Durchgang ein einfaches Textprogramm wie Word oder OpenOffice Writer gebraucht. Doch letztes Jahr stieß ich zufällig darauf, dass es auch Schreibprogramme speziell für Autoren gibt, die noch viel mehr Tools bieten, die einem die Organisation einer längeren Geschichte oder eines Romans erleichtern können. Nichts davon ist meiner Meinung nach etwas, was man nicht anders – d.h. gratis und mit herkömmlichen Mitteln – auch hinbekommt. Die Stärke der Programme liegt aber darin, dass sie viele Funktionen bündeln. Hier kommt mein Fazit nach 4 Monaten Test.

Notizbuch und Bleistift am Strand,
Immer noch mein erster Schritt beim Schreiben: Bleistift und Papier an jedem erdenklichen Ort.

Patchwork Autorenprogramm oder Papyrus Autor?

Nach einiger Recherche habe ich die Programme Papyrus und Patchwork in der Testversion ausprobiert. Mit beiden Programmen kann man sein Buchprojekt nicht nur niederschreiben, sondern auch planen, die Recherche ordnen und sortieren, überarbeiten und in verschiedene E-Book-Formate und Print-Layouts exportieren. Das Testen würde ich auf jeden Fall empfehlen, denn beides sind Bezahlprogramme.

Schließlich habe ich mich für Patchwork entschieden, obwohl Papyrus die aufgeräumtere und übersichtlichere Programm-Oberfläche hat. Ausschlaggebend für mich waren die Tools zur dramaturgischen Planung des Erzählstrangs, zum Entwerfen der Charaktere und die ausgefeilte Rechtschreib- und Stil-Korrektur. Ich denke aber, dass beide Programme beinahe genauso viel können – die Entscheidung ist letztlich Geschmackssache.

Fazit nach 4 Monaten Test

Inzwischen nutze ich Patchwork seit vier Monaten. Ich arbeite so, dass ich meinen Roman zuerst per Hand in hübsche Notizbücher schreibe – einfach, weil ich die leichter unterwegs herausholen und ohne Umschweife losschreiben kann. Im Alltag bleiben mir oft nur eine halbe Stunde hier und eine Stunde da zum Schreiben. Da lohnt es sich kaum, den Computer zu starten. Wenn ich das Geschriebene dann irgendwann abtippe, ist das bereits der erste Korrekturdurchlauf.

Jetzt habe ich Patchwork auf einem neuen USB-Stick mit besonders viel Platz installiert, sodass mein Buchprojekt nicht von einem bestimmten Rechner abhängig ist. Das macht das Programm ganz sicher ein wenig langsamer als auf dem PC, gibt mir aber wertvolle Flexibilität, ohne die ich in meinem Alltag kaum weiter käme.

Je länger mein Projekt wurde, desto öfter musste ich mühevoll nachschlagen – wie alt war gleich noch einmal Person C und hieß das Mädchen Anne oder Anna? Habe ich dies und das bereits erwähnt oder nicht? In Patchwork kann ich Figurenlisten mitsamt Steckbrief, Bildern usw. anlegen und mir im Text hervorheben lassen, wann ein Charakter erwähnt wird.

Screenshot Autorenprogramm Patchwork
Screenshot: Autorenprogramm Patchwork – links die Szenenübersicht, in der Mitte der Text, rechts eine kurze Zusammenfassung der Szene.

Patchwork arbeitet nicht mit einem großen Textblock, sondern man teilt sein Buch nach einzelnen Kapiteln und Szenen auf, die man jeweils benennen und kurz zusammenfassen kann. Ich kann meinen Szenen ein Datum verpassen, an dem sie spielen und ich mag die Funktion, jede Szene kurz zu beschreiben. Das gibt Struktur und Fokus und man verliert sich weniger in Unwichtigkeiten. Außerdem finde ich die Funktion, mir jederzeit beim Tippen eine ausführliche Liste von Synonymen anzeigen zu lassen, sehr praktisch.

Eine Funktion, die mir sehr ans Herz gewachsen ist, ist die Recherche-Datenbank, die Bilder, PDF-Dateien, Notizen und Website-Links thematisch sortiert übersichtlich bündelt, sodass ich meine Hintergrundinfos schnell wiederfinde.

Alle anderen Funktionen – eine Art Reißbrett, um Szenen zu entwerfen, die Timeline, mit der man auch Zeitsprünge und Erzählperspektive verwalten kann sowie alles was mit Überarbeitung, Korrektur und Layout zu tun hat, habe ich noch gar nicht richtig benutzt. Manches habe ich nicht beim ersten Probieren herausgefunden – zum Beispiel wie ich Vignetten im Layout platziere oder ob ich aus dem Text heraus auf meine Recherche verlinken kann (nein, im Moment leider nicht!). Aber es gibt auf YouTube sehr gute Anleitungsvideos und ein reges Hilfsforum. Und wem das nicht recht, der kann in der Facebook-Gruppe zum Schreiben, dem Schreibblog von Patchwork oder in einer der Arbeitsgemeinschaften vorbeischauen. Es scheint eine ganze Community dahinter zu stecken.

Dieser Post ist daher nur ein Zwischen-Fazit zu Patchwork. Der nächste Erfahrungsbericht kommt bestimmt.

Gerne freue ich mich bis dahin über eure Erfahrungen und Meinungen zu solchen Programmen. Wie schreibt ihr?

Unsichtbare Frauen?

Dam som skriver brev / Lady Writing a Letter, by Albert Edelfelt.
Nationalmuseum, Sweden | Public Domain Mark

Das Thema beschäftigt mich schon seit ich in der Schulzeit herausgefunden habe, dass es einen Literaturkanon und Literaturkritiker gibt, die Bücher für gut oder weniger gut befinden. Seitdem frage ich mich immer mal wieder: Wer bestimmt, welche Bücher und Autoren dort auftauchen? Und ist es Zufall, dass sich dort so wenige Frauen befinden? Schreiben Frauen einfach schlechter? Oder treffen sie nur schlechter den Geschmack der Literaturkritiker? Gilt Literatur von Frauen, die andere Frauen anspricht, per se als trivial?

Ich freue mich, dass Rhiannon vom Blog Schreiben als Hobby einen in diese Richtung gehenden Kommentar von mir gleich aufgegriffen hat, um das Thema zur Diskussion zu stellen. Ich bin gespannt auf die Antworten. Ein paar sind schon eingegangen und deutlich wird, dass der Begriff „Frauenroman“ an sich negativ besetzt ist und dass der Begriff auch keinen Sinn ergibt, denn es ist kein Genre an sich. Deshalb möchte ich das Wort hier auch nicht verwenden oder definieren.

Ich bin nicht die einzige, die sich diese Fragen gestellt hat. Es gibt auch Menschen, die darüber forschen. Interessant finde ich beispielsweise dieses Interview mit Doktor Veronika Schuchter im Deutschlandfunk. Ihre These ist, dass Mädchen von klein auf mit von Männern verfassten Texten sozialisiert sind (dank des männlich dominierten Literaturkanons) und es ihnen leichter fällt, auch männliche Perspektiven einzunehmen. Umgekehrt wird Mann seltener mit weiblichen Sichtweisen konfrontiert und kann zu Büchern aus Frauenperspektive schlechter einen Zugang finden.

Immer wenn es um Gender geht, wird es meiner Meinung nach schnell pauschal. Menschen sind sehr unterschiedlich und ich will mir hier kein Urteil erlauben. Aber ich würde die Fragen gern zur Diskussion stellen:

Haben die Autoren deiner Lieblingsbücher das gleiche Geschlecht wie du?

Gibt es überhaupt „männlichere“ und „weiblichere“ Arten zu schreiben?

Zahlen bitte!

Das „Frauenproblem“ im Literaturbetrieb greifen auch andere auf, z.B. Katy Derbyshire in diesem ZEIT-Artikel. Sie trägt eine Reihe Zahlen zusammen, die belegen, dass Bücher von Frauen nicht nur gefühlt seltener übersetzt werden und auch weniger Preise gewinnen, sondern auch real.

Auch Nina George hat sich in ihrem Artikel im Börsenblatt Zeit genommen, nachzuzählen. Sie stellt fest, dass Bücher von Frauen seltener in den renommierten Verlagen erscheinen, dass sie weniger Preise (und Nominierungen dafür) erhalten und auch weniger Geld.

A woman with long red hair is lying down reading a book. Coloured mezzotint by Jean Jaques Henner. Wellcome Collection. CC BY

Gefühl = Kitsch?

Außer den bloßen Zahlen, die ja wie immer auch die Geschlechterverteilung in den Jurys, Feuilleton-Redaktionen und Verlagen spiegeln, greift Nina George ein anderes wichtiges Thema auf. Es sind die von Frauen aufgegriffenen literarischen Themen, die ein männliches Publikum oft einfach nicht genauso ansprechen wie ein weibliches. Und je mehr es um Gefühle geht, desto schneller könnte es sich auch um Kitsch handeln, nicht wahr? Bei Kritikern und Jurys eher gefragt sind nüchterne, analytische Bücher.

Zum Nachdenken anregend finde ich Nina Georges Schlussfolgerung:

„Für mich liegen die Antworten auf die Frauenfrage auch NEBEN dem Literaturbetrieb. In der Erziehung, in der Auswahl von Lehrmaterialien, in der Gesellschaft, ihren Leit-Memen, und dem Rollback zur Rosa/Hellblau-Simplifizierung. Und: in den Hauptfiguren, die wir, die Autorinnen und Autoren, erschaffen. Welches Bild zeichnen wir denn von Frauen und Männern? Auch das wird, neben aufgeregten Debatten zu Quoten, zu hinterfragen sein.“

Nina George im Börsenblatt

Damit hat sie recht, denn es ist schließlich kein ausschließliches Phänomen im Literaturbetrieb. In der bildenden Kunst, in der Musik und z. T. auch in der Politik sieht es nicht anders aus.

Mit diesen Gedanken werde ich nun meine eigenen weiblichen Romanfiguren und die meiner Lieblingsautoren begutachten. Was sind das eigentlich für Frauen? Haben sie das Zeug, die Gegenwart oder Zukunft zu ändern? Oder bediene ich auch nur die gleichen Klischees, über die ich mich gerade beschwere?

Dazu vielleicht in einem anderen Blogpost mehr.