Geheimnisvolle Besatzer – über „Die Erlöser“ von Dennis Geier

Rostige Wand in Nahaufnahme

Den Science Fiction-Autor Dennis Geier traf ich nach meiner Lesung auf der Leipziger Buchmesse, als er meine Dystopie „RE-GENERATION“ kaufte. Wir kamen ins Gespräch und er erzählte von seiner eigenen Dystopie. – Klar, dass ich die lesen wollte.

Buchcover "Die Erlöser" von Dennis Geier mit Schrift quer über einer Eisentür

Dennis Geier

Die Erlöser

388 Seiten

ISBN-13: 9783758311222

Books on Demand

Erscheinungsdatum: 05.12.2023


Worum geht’s?

Der Jugendliche Siram lebt in einem abgeschirmten Habitatkomplex auf einem unwirtlichen Planeten. Nach einer Naturkatastrophe ist es die letzte Zuflucht der menschlichen Spezies. Stumme Soldaten, „Erlöser“ genannt, überwachen das Leben der Habitatbewohner. Wer sich ihnen widersetzt, verschwindet spurlos. Alle Anderen werden nach 53 Jahren mit dem „Aufstieg“ belohnt. Als Siram auf eine geheime Gruppierung stößt, gerät er mitten in einen Kampf um die wahre Geschichte der Menschheit – und um ihre Zukunft.

Wie war’s?

Die Geschichte hat mich von Anfang an abgeholt und beginnt gleich actionreich. Der Autor hält keine langen Monologe über den Aufbau seiner Welt, sondern flicht die Erklärung peu à peu in die Handlung ein. Das hat mir sehr gut gefallen, denn lange technische Ausführungen ermüden mich immer schnell. Zudem ist Siram ein sympathischer Antiheld. Seine Eltern sind soeben mit dem „Aufstieg“ belohnt worden – er sollte sich freuen für sie, woher kommt dann dieser Kloß im Hals und diese Traurigkeit? In der Küche haben sie ihm noch Kochrezepte hinterlassen und Essen im Kühlschrank. Das fand ich sehr berührend.

Siram ist intelligent und neugierig. Auf eine Stille Art ist er draufgängerisch. Denn in seiner Freizeit erkundet er stillgelegte Bereiche des Habitats und teilt sie mit einer Online-Community. Er träumt davon, als Erkunder Berühmtheit und Anerkennung zu erlangen. Weil er so klug ist, hinterfragt er aber auch das System, das ihm seine Eltern genommen hat. Das Erkunden und das Hinterfragen bringen ihn schon bald in Lebensgefahr.

Ich fand es super, dass Siram zwar mutig ist und an seinen Herausforderungen wächst, aber nicht zum schlagkräftigen Kämpfer wird. Sein Trumpf ist sein Hirn. Neben Siram, der manchmal ganz unerwartet über sich hinauswächst, bleiben die anderen Charaktere vergleichsweise blass. Einige Namen konnte ich bis zuletzt nicht wirklich auseinanderhalten.

Über die Erlöser hätte ich gern noch mehr erfahren, auch wenn immer neue, auch unerwartete Aspekte zu Tage kommen.

Die Geschichte ist in der dritten Person aus Sirams Sicht erzählt. Ich persönlich hätte mir noch mehr Einblicke in seine Gefühle erhofft, denn in manchen Situationen konnte ich mich nicht so gut in ihn reinversetzen.

Alles in allem ist es eine spannende Sci-fi-Dystopie mit einem tollen Protagonisten, bei der man bis zum Schluss wissen will, wie es ausgeht und was es mit den Erlösern auf sich hat.

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