Was ist das „beste Alter“ für die Figuren in Büchern?

Bild von SplitShire auf Pixabay

Zu jung und unreif? Zu alt und abgeklärt? Zu naiv? Zu gebeutelt von der Midlifecrisis? Bei der heutigen Montagsfrage, gestellt von Sophia von W0rdw0rld, geht es darum, ob wir ein bestimmtes Alter der Hauptpersonen in Büchern bevorzugen. Eine super spannende Frage – wo ich mich doch immer wundere, warum ich immer noch so gerne Jugendbücher lese.

Das Alter ist nicht egal

Gleich zu Anfang: Ja, das Alter der Protagonistinnen und Protagonisten spielt für mich eine Rolle. Das habe ich spätestens gemerkt, als ich mich in den wirklich tollen Sci-Fi-Roman „Zeitfuge“ von Michael J. Sullivan eingelesen habe. Es ist mir unglaublich schwergefallen, in die Story reinzukommen. Die Hauptperson ist ein älterer Mann mit nicht so intakter Ehe und unheilbarer Krankheit – so weit weg von meiner eigenen Lebensrealität! Gerade der Teil, bevor der Protagonist schließlich seine Zeitreise antritt, war für mich der schwerste. Die Abbruchgefahr war hoch. Aber dann, als er endlich durch die Zeit gereist und mit Neuem konfrontiert war bzw. die hiesige Welt hinter sich gelassen hatte, konnte ich mit ihm leben und hab ihm eine Chance gegeben. Wie gesagt, das Buch ist hervorragend und ich bin froh, weitergelesen zu haben.

Wir möchten Romanfiguren, die uns ähneln

Wenn ich mir die Blogposts der anderen Bloggerinnen und Blogger zu dieser Montagsfrage anschaue, wird sehr deutlich: Wir suchen alle nach Romanfiguren, die uns etwas ähneln. Dazu zählt (neben dem Geschlecht) auch das Alter.

Manche Leserinnen und Leser legen dabei mehr Toleranz an den Tag als andere. Ich kenne viele ältere Leserinnen, die (wie ich, ü30!) immer noch gerne Jugendbücher lesen. Andere wollen mit dem Genre möglichst gar nicht in Berührung kommen, denn diese Lebensphase haben sie WEIT hinter sich gelassen. Für mich war die Jugend offenbar nicht traumatisch, ich finde die Lebensphase nach wie vor spannend, spannender als andere, sie gibt immer wieder guten Romanstoff her. (Ich bin sogar der Meinung, dass es die Bezeichnung „Jugendbuch“ gar nicht bräuchte, denn oft unterscheiden sich die Romane nur durch das Alter der Protagonisten von „normalen“ Romanen. Und es gibt ja auch kein „ü50-Genre“, das mich vor älteren Protagonisten warnt. Das tut der Klappentext.)

Zusätzlich zum Alter kommt das Geschlecht. Wie viele Männer kennst du, die sich gern in 17-jährige weibliche Hauptfiguren hineinversetzen? Ich nicht viele. Oder „Frauenliteratur“ – was bitte ist das? Bücher, die Schicksale weiblicher Hauptfiguren beschreiben, in allen Genres? Fairerweise gebe ich zu, dass mich bestimmte „Männerliteratur“ auch nicht die Bohne interessiert. Dabei denke ich an Romane, in denen Mann in Midlifecrisis in einsamer Waldhütte sitzend über sein Dasein sinniert. Das ist einfach zu fern von meiner Realität und allem, was ich als wichtig erachte.

Herausforderung oder Feel-Good-Garantie?

Deswegen möchte ich zum Schluss betonen: Wir alle lesen gern in unserer Freizeit und zur Unterhaltung. Dabei suchen sich die meisten von uns eben die Bücher mit den Hauptfiguren und Plots aus, die ihnen zusagen, sie gut unterhalten, vom Alltag ablenken, sie entspannen und ihnen etwas mitgeben. Zum Glück sind wir alle unterschiedlich. Zum Glück ändert sich der persönliche Geschmack im Lauf der Zeit. Zum Glück werden jährlich hunderttausende Bücher veröffentlicht. Für jeden ist was dabei. (Wobei Elli vom Wortmagieblog recht hat: Frauen ü40 sind in High Fantasy immer noch eine Marktlücke!) Wie mein Beispiel von oben aber auch zeigt, lohnt es sich trotzdem, die persönliche Lese-Comfort-Zone hin und wieder zu verlassen. Dann stellt man vielleicht fest, dass der ältere Mann ganz ähnlich tickt wie das 17-jährige Mädchen – einfach, weil wir alle Menschen sind.

21 Kommentare

  1. Das Alter der Charaktere ist ein wichtiger Faktor finde ich. Denn je älter ich werde, desto weniger kann ich mich mit sehr jungen Protagonisten oder Studenten Anfang 20 identifizieren. Was nur logisch ist. Daher bevorzuge ich mittlerweile Bücher in denen die Charaktere so um die 30 sind.

    Das Geschlecht ist mir relativ egal. Viel wichtiger ist der Charakter der Person in die ich mich hinein versetzen möchte.

    Zugegeben. Da ich lesen als Ausweg aus dem Alltag sehe, sind mir weibliche Charaktere lieber als männliche. So erinnert mich nichts an die Welt außerhalb des Buches.

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    1. Danke für deine Antwort – das ist auch ein interessanter Ansatz, geht aber völlig weg von meinem eigenen (und meiner Theorie hier!!!). Während ich mir also eher ähnliche Charaktere rauspicke (und trotzdem dem Alltag entfliehen möchte), suchst du dir solche, die weiter weg sind von dir. Zumindest vom Geschlecht, nicht vom Alter. Hm. Aber vielleicht hat es auch was mit dem Genre zu tun. Ich lese viel Fantasy und Sci-Fi, vielleicht, weil das so gar nicht an meinen Alltag erinnert.
      Ganz liebe Grüße, Tala

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      1. Verschiedene Ansätze sorgen für Diskussionsstoff. 😉

        Ob es was mit dem Gerne zu tun hat kann ich dir nicht sagen. Lese Fantasy und Liebesromane. Ab und zu schleicht sich auch mal ein Thriller in meinen Einkaufswagen. 🙂

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      2. Dann lesen wir ja ganz ähnliche Dinge 🙂 Tja, dann bin ich überfragt und muss meine Theorie leider überdenken. Welche Fantasybücher mit Liebesgeschichte und Protagonisten ü30 würdest du mir denn empfehlen?

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  2. Hey Tala,

    ich stimme dir zu, grundsätzlich ist es wichtig, sich mit den Figuren einer Geschichte identifizieren zu können. Ich bin allerdings nicht der Meinung, dass Alter und/oder Geschlecht hierbei prinzipiell entscheidend sind. Ich habe schon so viele High Fantasy – Romane gelesen und genossen, die aus der Perspektive erwachsener Männer erzählen, dass ich nicht glaube, dass das die bestimmenden Faktoren sind. Vielmehr ist es meiner Ansicht nach eine Frage dessen, wie nachvollziehbar Gedanken- und Gefühlswelt der Hauptfigur dargestellt sind. Wenn ich ein Buch lese und denke „Ja, das kann ich verstehen, unter diesen Umständen hätte ich wahrscheinlich genauso gehandelt“, ist das für mich viel wichtiger als „harte“ Fakten wie Alter und Geschlecht.

    Das ist aus meiner Sicht auch die Krux mit der Jugendliteratur: Zu oft zeigt sie Verhaltensweisen, mit denen ich mich nicht identifizieren kann und es auch nie konnte. Zu oft ist sie unrealistisch und überdramatisiert. Natürlich gibt es tolle Bücher aus diesem Bereich, die ich dann auch genieße, aber springen Autor_innen auf den Stereotypen-Zug auf, stehen die Chancen für Identifikation bei mir eben eher schlecht.

    P.S.: Du hast statt Sophia übrigens meinen Blog verlinkt, vielleicht möchtest du das ändern. 😉

    Montagsfrage auf dem wortmagieblog
    Liebe Grüße,
    Elli

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    1. Hallo Elli,
      oh, die Verlinkung muss ich dringend nochmal korrigieren !!!
      Danke für deinen langen Kommentar. Ja, da ist sicher was dran. Bei manchen (wie bei mir offenbar, siehe mein einleitendes Beispiel) gilt es aber manchmal erstmal Vorurteile zu überwinden und sich auf eine Figur einzulassen. Und ja, wenn ich dann feststelle, die Gedankengänge und Handlungen sind absolut nachvollziehbar, dann sind Alter und Geschlecht völlig egal.
      Vielleicht sind meine Überlegungen dazu gestern auch noch nicht richtig ausgereift gewesen, auf jeden Fall nicht allgemeingültig, wie ich sehe 🙂
      Ganz lieben Dank also für deine Sicht auf die Dinge!
      LG, Tala

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  3. Hey Tala,

    ich bin grundsätzlich immer etwas skeptisch, wenn ein Buch oder ein Genre eine ganz festgelegte Zielgruppe hat (zum Beispiel die klischeehaft als „Frauenliteratur“ klassifizierten seichten Romanzen, oder die „Männerliteratur“, in der ein typischer 50jähriger seine Midlifecrisis ausbreitet). Klar werden bestimmte LeserInnengruppen von bestimmten Themen, Figuren und Stilen mehr angesprochen als andere, ich sehe es aber auch in gewisser Weise als Qualitätsmerkmal einer Geschichte an, wenn diese ganz unterschiedliche Menschen erreichen kann. Trotz meiner wie von dir beschriebenen Tendenz, bei mir ähnlichen ProtagonistInnen zu bleiben, gehe ich sehr gerne aus meiner Komfortzone heraus und lese auch aus ganz ungewöhnlichen Perspektiven, da das häufig Geschichten sind, die einen am meisten überraschen und persönlich weiterbringen können!

    Liebe Grüße
    Sophia

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    1. Hallo Sophia,
      ja, genau daran möchte ich auch arbeiten. Ich versuche deshalb neben den Büchern, die ich ganz klar zur Entspannung und zum Abschalten lese, auch ab und zu etwas für mich Untypisches einzuschieben. Manchmal sind da echte Entdeckungen dabei.

      Ganz liebe Grüße,
      Tala

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  4. Hervorragender Beitrag, der eine Fülle interessanter Fragen aufwirft. Das fängt mit dem Leseinteresse an. Lese ich ganz unvoreingenommen und naiv und will von Leuten erzählt wissen, mit denen ich mich identifizieren kann? Oder will ich ein Buch lesen, weil es großartige Literatur ist, brillant geschrieben und voller Gedanken und blitzender Worte und eleganter Sätze? Aber schon mit der Identifikation ist das nicht so einfach. Warum soll ich mich nur mit Figuren identifizieren können, die mir ähnlich sind? Ergibt sich das Leseerlebnis nicht daraus, dass ich mich auf einmal in Personen hineinversetzen kann, die mir völlig unähnlich sind? Fängt nicht gerade dann das Leserherz an zu klopfen, wenn man sich lesend in vollkommen fremde Umstände und Personen hineinfindet? Sich in Personen aller Art und allen Alters und jeder Hautfarbe und jeden Geschlechts hineinzudenken, das ist der Job des Schriftstellers, er kann das, er muss das können. Und ein Schriftsteller, der diesen Namen verdient, kann sich ja nicht nur in Menschen hineinversetzen, sondern auch in Wesen, die er erfindet, in Dämonen oder Tiere oder lebendig gewordene Kasperlepuppen oder sprechende Spielkarten, und was noch alles. Und vielleicht alles zusammen in demselben Roman! Und ich kann über diese Figuren lachen oder den Kopf schütteln oder sogar über sie weinen. Alles möglich. Wenn ich mich als Leser darauf einlasse, tauche ich ein in ungedachte Welten. Deshalb lesen wir doch Geschichten, deshalb lesen wir doch Literatur. Die Welt ist ungeheuer groß, wir lernen in unserem Leben immer nur einen winzigen Bruchteil kennen. Im Lesen kommen wir von diesem Bruchteil los, wie ein Raumfahrer sich entfernt von seinem Heimatplaneten. Wenn wir eine Bibliothek betreten, warten die Wunder auf uns.

    Es gibt neuerdings die irren und bösartigen Hater, die versichern uns, das dürfe alles nicht sein. Ein weißer Autor dürfe auf keinen Fall über Schwarze schreiben, weil er deren „Unterdrückungserfahrung“ ja nicht teile. Aha? Ein Weißer soll sich also nicht in einen Schwarzen hineinversetzen dürfen, ein Schwarzer nicht in einen Weißen, eine Frau nicht in einen Mann, ein Erwachsener nicht in ein Kind? Was für ein schmutziger nazoider Rassismus ist das denn? Alle große Literatur ist dadurch charakterisiert, dass sie eine Fülle der unterschiedlichsten Gestalten auftreten lässt, wirkliche und unwirkliche, denkt nur an Shakespeare, es gibt in dessen Dramen kaum ein menschliches Wesen, das nicht seinen Auftritt hat, und eine Reihe unmenschlicher Wesen noch dazu.

    Und dann schreibst du, liebe Tala, ja, aber da gibt es Männer, die sagen, in eine Siebzehnjährige will ich mich nicht reinversetzen, davon will ich nichts lesen. Hat natürlich jeder das Recht, so zu reden, aber kann es sein, dass es einem, der so redet, einfach an Interesse fehlt? Siebzehnjährige Frauen sind liebenswerte und für gewöhnlich leicht durchgedrehte Wesen, von ihnen zu hören und zu lesen, ist von Interesse ohne Ende. Nehmt die hinreißende „Geek Girl“-Reihe von Holly Smale. Gut, die niedliche Protagonistin ist sogar erst fünfzehn, sechzehn, überaus gelehrtes und wissbegieriges junges Mädchen, das wider Willen zum Supermodel wird. Komischer, turbulenter, herzzerbrechender ist über junge Leute nie geschrieben worden. Luzide Prosa, die mit einfachen Worten komplizierte Angelegenheiten jongliert, alles klingt heiter und leicht, und die Sätze sind ganz durchsichtig, aber geredet wird von Liebe und Tod und Lebensentwürfen und Vertrauen und Verrat, von allem, was ernst und wichtig ist, und was Erwachsene genauso angeht. In den Bibliotheksregalen steht das unter „young adult“, oder vielleicht sogar in der Kinderabteilung. Die Wahrheit ist, es ist große Literatur, und ich bin durch alle sieben Bände hindurchgeschwommen wie durch einen fremden Ozeans, immer im Gedanken, an welche Küste wird mich das jetzt tragen? Und ich weiß, definitiv, wenn ich auf diese sieben Bände nicht gestoßen wäre in der Bibliothek, es würde was fehlen in meinem Leben, und ich wüsste es nicht einmal.

    Und das bringt mich zum zweiten Punkt, nämlich der Frage, was ist Jugendliteratur? Einfache Antwort: Jugendliteratur gibt es gar nicht. Ob ein Buch ein Jugendbuch ist, oder ein Kinderbuch, oder eine young-adult-novel, oder ein Buch ausschließlich für Erwachsene, oder eben ein Buch für jedes Alter, all age halt – das erweist sich erst aus dem Gebrauch. Die Bücherregale sind voll mit Romanen, die waren für Erwachsene geschrieben, die Autoren hatten nie etwas anders im Sinn als erwachsene Leser – aber siehe da, im Laufe der Jahrzehnte, vielleicht gar Jahrhunderte kristallisierte sich heraus, das Buch spricht Jugendliche an, und vor allem Jugendliche. Denkt an die Gruselgeschichten von Edgar Allan Poe. Heute typische young-adult-Lektüre. Geschrieben für Erwachsene. Der junge Thomas Mann schrieb eine lange Reihe von Erzählungen, die sind heute typischerweise das erste, was junge Leser, mit fünfzehn sechzehn Jahren, von Thomas Mann zu sehen bekommen. „Tonio Kröger“, oder „Tod in Venedig“, das hat man als Heranwachsender gelesen, und einen unauslöschlichen Eindruck empfangen. Umgekehrt: Hugh Lofting hat seine Doctor-Dolittle-Romane für Kinder geschrieben. Sie werden heute in jedem Alter gelesen. Lewis Carroll hatte eine ganz bestimmte kleine Leserin im Sinn, als er „Alice in Wonderland“ schrieb. Heute sind die Regale voll mit wissenschaftlichen Abhandlungen über das Buch, und die erwachsenen Leser treffen sich in literarischen Vereinigungen, nur diesem Buch gewidmet. Charles Dickens hat, als er „Oliver Twist“ und „David Copperfield“ schrieb, nur an erwachsene Leser gedacht, aber heute gelten beide Texte als Einstiegslektüre für Jugendliche. Kafka hat ausschließlich für Erwachsene geschrieben, an etwas anderes gar nicht gedacht, aber „Der Prozess“ wird heute typischerweise von jungen Leuten gelesen. Wer Kafka nicht als Jugendlicher gelesen hat, sondern erst als Erwachsener damit anfängt, der fragt sich, wovon redet der Mann eigentlich? Jungen Lesern aber sind die Verwirrung und die Ratlosigkeit der kafkaschen Helden unmittelbar einleuchtend. Gilt sogar für Lyrik. Poe’s „Raven“ oder „Annabel Lee“ oder Tennyson’s „Ulysses“ oder Mörikes „Peregrina“-Gedichte brechen jungen Lesern das Herz und machen unter Umständen in ihrem Leben Epoche. Man könnte ewig so weitermachen. Jenny Downham’s Meisterwerk „Before I die“, eine lange und traurige Meditation über das grausame Sterben einer Sechzehnjährigen an Krebs, war ursprünglich als young-adult-novel konzipiert, aber in den Bibliotheken steht der Roman sowohl in der Erwachsenen- als auch in der Jugendabteilung. Also kurz: was ein Buch ist für Jugendliche, was für Erwachsene, was für alle, das erweist sich erst aus dem Gebrauch. Selbst Andersen hat seine Märchen für Erwachsene geschrieben, dass sie heute Kindern oft als erste Lektüre dienen, hat er nicht vorausgesehen.

    Worauf also kommt es an? Auf Neugier, auf Interesse. Die Literatur ist ein Kosmos voller Wunder, und der Reisende, der eintritt in diesen Kosmos, sollte Augen und Ohren und Herz offenhalten, allein darauf kommt es an. Offenheit belohnt sich selber. Der Leser lernt Dinge kennen, von denen er nie zu träumen wagte, er bereist Welten, die lagen außerhalb all seiner Horizonte, und plötzlich ist er da. Und wohin er auch geht, er ist überall willkommen, die unvorstellbaren Reiche der Wörter und Sätze weisen niemanden zurück. Wer immer kommt und eintritt, er wird belohnt.

    Meine Antwort auf die Frage „Was ist das ‚beste Alter‘ für die Figuren in Büchern?‘ lautet demnach: jedes Alter, wenn das Buch gut ist. Warum soll ein junger Leser nicht den komischen und rührenden Mr Pickwick lieben, und warum ein alter Sack wie ich nicht mitfiebern mit den Herzensverwirrungen von Bella Swan? Im Reich der Literatur ist alles möglich, und die Welt kennt keine Grenzen.

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    1. Wow, vielen lieben Dank für den langen Kommentar – da steckt so viel Wahrheit drin. Ich nehme mal eine deiner Kernthesen heraus: Es braucht vor allem Neugier auf Leserseite und Einfühlungsvermögen auf Autorenseite. Man muss sich auf das Fremde, das Fantastische einlassen wollen. Dann erlebt man die Wunder. Ich hab allerdings auch oft Menschen getroffen, die allzu viel Fantastisches nicht zulassen wollen oder damit eben nichts anfangen können. Die halten sich dann eher an bodenständige Geschichten oder an Sachbücher („Ich will was lernen, bei Romanen lernt man doch nichts“ – dem kann ich nur widersprechen!).

      Wenn ich so auf die vielen langen Kommentare hier schaue, denke ich, mein Artikel war nur ein Gedankenanstoß und die Kommentare geben ihm noch viel tiefere Dimensionen. Alter und Geschlecht der Protagonisten sind unwichtig, wenn der Leser/die Leserin unabhängig davon anfängt zu lesen und die Charaktere so gut beschrieben sind, dass man mitfühlt und mitfiebert.

      Du hast mich richtig neugierig gemacht auf die 7-bändige Reihe! Die werde ich mir merken. Ich komm nur kaum nach mit Lesen zur Zeit 🙂

      Ganz liebe Grüße,
      Tala

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  5. Sehr gut beantwortet.
    Ich sehe es wie du. Ich lese auch gerne Jugendbücher – aber was ich nicht mehr möchte sind diese Teeniebücher. Selbst als Thriller sind diese Pubertären Probleme echt zu viel. Auch diese Selbstfindungsphase in den 20ern ist mir oft zu viel. Dreiecksbeziehungen und Selbstfindung…zu anstrengend.
    Am liebsten sind mir die Charaktere so ab 30. Älter als ich (Ü50) hab ich noch nicht gelesen, da ich befürchte hier tatsächlich noch nicht mitreden zu können und mich das auch stören würde. Die lass ich noch bisschen liegen.

    LG

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    1. Es kann natürlich auch sein, dass es die Charaktere ü50 einfach auch viel seltener gibt. Zumindest im Fantasybereich. Hier gibt es noch viele Klischees aufzubrechen 🙂
      Ganz liebe Grüße,
      Tala

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  6. Pauschal lässt sich diese Frage schwer beantworten. Ich gebe zu, dass ich auch immer mal wieder gerne Bücher lese mit Protagonisten, die deutlich jünger sind als ich (vermutlich, weil ich mit 42 Jahren auch gerne wieder so jung wäre, keine Ahnung), aber ich habe auch Martin Walser Roman „Der Lebenslauf der Liebe“ mit Genuss gelesen, indem die Protagonisten deutlich älter sind. Es kommt wohl auch ein bisschen auf das Genre an. Bei Hochliteratur spielt das Alter der Hauptcharaktere (persönliche Meinung) eher eine sekundäre Rolle, während die Charaktere in Unterhaltungsliteratur auch gerne jünger sein dürfen (aber eben nicht müssen).^^

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