Wenn die KI mitdenkt – über „Die Reinsten“ von Thore D. Hansen

Auge, vermessen am Computer (Bild: TheDigitalArtist auf Pixabay)

Auf die Dystopie „Die Reinsten“ von Thore D. Hansen bin ich durch ein Interview mit ihm in der Federwelt vom Dezember 2021 aufmerksam geworden. Ohnehin interessiere ich mich gerade besonders für Dystopien und Utopien, weshalb ich auch diese Liste angelegt habe. „Die Reinsten“ habe ich als E-Book gelesen. Hier kommt meine Rezension.

Cover von "Die Reinsten" von Thore D. Hansen, erschienen im Golkonda-Verlag. Zu sehen ist ein Auge, das aussieht als wird es von einem Laser gescannt.

Thore D. Hansen

Die Reinsten

ISBN: 978-3-946503-90-3

Seiten: 424 Seiten

Veröffentlichung: 1.3.2019

Verlag: Golkonda


Worum geht’s?

Der Roman „Die Reinsten“ spielt im Jahr 2191 in einer Zeit, als Klimawandel und Kriege der Planeten weitgehend zerstört haben. Die (meisten) verbliebenen Menschen leben in hochtechnologisierten kleinen Enklaven – in „Paradise“. Dort steuert die künstliche Intelligenz Askit die Geschicke der Menschheit. Askit filtert die Menschen nach bestimmten Kriterien. Nur die „Reinsten“ dürfen die wichtigsten gesellschaftliche Posten einnehmen. Hauptperson Eve ist die „reinste“ von allen. Im Laufe der Geschichte beginnt sie allerdings zu zweifeln – ist Askit immer noch nur eine Maschine oder hat es inzwischen ein eigenes Bewusstsein entwickelt? Wenn ja, was plant die KI?

Wie war’s?

Das Thema des Buchs ist immer noch brandaktuell – sowohl was die Entwicklung von künstlichen Intelligenzen und die Dominanz von technischen Eliten angeht, als auch hinsichtlich der Klimaproblematik. Der Einstieg fiel mir etwas schwer, denn die zukünftige (von neuen Techniken geprägte) Welt wird sehr detailverliebt und technisch beschrieben, was sicherlich ein typisches Science-Fiction-Element ist.

Dagegen hat es etwas länger gedauert, bis ich mit Hauptperson Eve und ihren Freunden warm geworden bin. Das ist aber nicht so verwunderlich, denn Askit hat die Reinsten speziell dahingegen trainiert, dass sie unnütze Emotionen unterdrücken und beispielweise nie „ausrasten“. Denn diese Überreaktionen hat die KI als eins der Probleme der Menschheit ausgemacht, welche in der Vergangenheit zu Missgunst und Kriegen geführt hatten. Besonders krass fand ich hier eine Stelle, an der Rettung vs. Tod einer Nebenfigur nach Aufwand und Nutzen für die Gesellschaft entschieden wird.

Umso eindrucksvoller wirkt dann Eves spätere Entwicklung und allmähliche Veränderung im weiteren Handlungsverlauf. Für meinen Geschmack hätte die kleine Romanze, die es ebenfalls gibt, einen größeren Platz einnehmen können. Trotzdem habe ich Eves Recherche mit großem Interesse mitverfolgt. Auch wenn das Buch kein „Pageturner“ in dem Sinne war, blieb es immer spannend.

In Erinnerung bleiben wird es mir vor allem wegen der Zukunftsversion, die es zeichnet. Ich hoffe, dass es nie so kommen wird und wir Menschen stattdessen in den kommenden Jahren noch die Kurve kriegen. Die Hoffnung stirbt zuletzt – und Zukunftsforscher sind sich sicher, dass die Zukunft besser wird als die Gegenwart.

Wie seht ihr das? Blickt ihr hoffnungsvoll in die Zukunft?

3 Kommentare

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