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Die Vergangenheit ändern, bis die Zukunft passt: die Anime-Serie „Erased – die Stadt, in der es mich nicht gibt“

Ich liebe ja Zeitreise-Geschichten – deshalb möchte ich euch heute die japanische Anime-Serie „Erased – die Stadt, in der es mich nicht gibt“ vorstellen. Die ist natürlich zunächst von 2012 bis 2016 als Manga erschienen ist und danach sogar zum Kinofilm, zur 12-teiligen Anime-Serie und zur Realverfilmung geworden. Ich habe sie zuerst in deutscher Synchronisation auf Netflix entdeckt.


Worum geht’s?

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der 29-jährige Manga-Autor Satoru Fujinuma, dem sein Chef sagt, dass seinen Geschichten das Gewisse Etwas fehlt, weil er nicht aus sich herausgeht und etwas in seinem Inneren verschließt. Das löst bei Satoru einige Flashbacks aus – Tragödien aus seiner Schulzeit, die er verdrängt hatte. Außerdem passiert es ihm manchmal, dass er in der Zeit springt und dadurch dann Unfälle oder schlechte Wendungen verhindern kann. Dabei handelt es sich um kurze Sprünge – Minuten – in die Vergangenheit, wo er zum Beispiel ein Kind vor einem Autounfall bewahren kann. Doch als seine Mutter gewaltsam stirbt, wird Satoru zurück in seine Schulzeit katapultiert. Dort gibt es gleich mehrere Dinge zu verhindern, die alle mit einer Person in Zusammenhang stehen. Satoru muss herausfinden, dass das eine zu große Aufgabe für einen alleine ist.

Der deutsche Trailer zur Anime-Serie „Erased – Die Stadt, in der es mich nicht gibt“

Harte Kost locker und liebenswert aufgearbeitet

„Erased – Die Stadt, in der es mich nicht gibt“ behandelt schwere Themen wie Kindesmissbrauch und die Überwindung von Traumata. Aber es geht auch um Selbstwahrnehmung, um Freundschaft und Zivilcourage. Es fiel mir überhaupt nicht schwer, mich in die Hauptperson Satoru einzuleben – egal, ob er nun gerade 29 oder zehn Jahre alt war. Im Laufe der Geschichte durchläuft er eine Entwicklung, die ihn nicht nur stärker, sondern am Ende auch erfolgreicher macht. Indem er anderen hilft, sich einbringt und engagiert, gewinnt auch sein eigenes Leben an Qualität – auch, wenn er dadurch auch viel Leid auf sich nimmt.

Mir gefällt daran die Beschäftigung mit der Frage, was es bräuchte, um Fehler aus der Vergangenheit auszuradieren – und in Zukunft ganz zu vermeiden. Ob man das überhaupt könnte. Und was braucht es, um positiv und mit Dankbarkeit in die Zukunft zu blicken? Trügt uns unsere Erinnerung oder ist alles tatsächlich so passiert? Und – last but not least – wem können wir vertrauen und gibt es „das Böse“ oder hat auch das immer zwei Seiten?

Von mir bekommt die Anime-Serie 5 Sterne – und als nächstes halte ich Ausschau nach den Mangas dazu, die übrigens ebenfalls auf Deutsch erschienen sind.

Bewertung: 5 von 5.